Welche Anästhesieverfahren gibt es?

Man unterscheidet prinzipiell zwischen der Allgemeinanästhesie oder Vollnarkose und der Regionalanästhesie.

Die Allgemeinanästhesie oder Vollnarkose versetzt den Patienten in einen schlafähnlichen Zustand. Bewusstsein und Schmerzempfinden werden am ganzen Körper für die Dauer der Narkose ausgeschaltet.

Bei der Regionalanästhesie wird durch die Gabe eines Lokalanästhetikums (örtliches Betäubungsmittel) das Schmerzempfinden im Operationsgebiet ausgeschaltet. Bei der zentralen Regionalanästhesie wird das Lokalanästhetikum im Bereich der Wirbelsäule eingespritzt (Spinal- oder Epiduralanästhesie). Die periphere Regionalanästhesie betäubt einzelne Nerven oder Nervengeflechte. Das Lokalanästhetikum wird in die Nähe von Nerven, Nervengeflechten oder des Rückenmarks gespritzt. Für Eingriffe an den oberen oder unteren Extremitäten sind diese Verfahren besonders geeignet.

Häufige Fragen:

 

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Allgemeinanästhesie oder Vollnarkose

 

Der Patient wird in einen schlafähnlichen Zustand versetzt. Bewusstsein und Schmerzempfinden werden am ganzen Körper für die Dauer der Narkose ausgeschaltet.

Eine Kombination von Medikamenten, ggf. auch Schlafmittel, Schmerzmittel, Medikamente zur Muskelerschlaffung sowie zur Beeinflussung des vegetativen Nervensystems wird in die Vene eingespritzt oder der Atemluft beigemischt. Die Einleitung der Anästhesie erfolgt durch das Einspritzen von Medikamenten über einen venösen Zugang.

Bei Erwachsenen wird die Narkose nur ausnahmsweise durch das Einatmen eines Narkosegases eingeleitet. Eine Gesichtsmaske dient zur Unterstützung der Atmung und Sauerstoffzufuhr.  Kurze Eingriffe bis zu einer Dauer von circa 15 bis 30 Minuten können auf diese Weise durchgeführt werden.

 

Intubations- oder Maskennarkose

Längere Eingriffe erfordern mit zunehmender Narkosetiefe und eines aufgrund dessen abnehmenden eigenen Atemantriebes eine künstliche Beatmung. Eine Intubation (Sicherung der Atemwege durch Einführen eines Schlauches - Trachealtubus - in die Luftröhre) oder die Verwendung einer Kehlkopfmaske ist notwendig.

Trachealtubus Kehlkopfmaske

 

Regionalanästhesie

 

Die Schmerzempfindung wird durch eine vorübergehende Blockade von Nerven durch die Gabe eines Lokalanästhetikums (örtliches Betäubungsmittel) aufgehoben. Ein größerer Körperabschnitt wird hierbei empfindungslos gemacht. Das Lokalanästhetikum wird in die Nähe von Nerven, Nervengeflechten oder an das Rückenmark heran gespritzt. Für Eingriffe an den oberen oder unteren Extremitäten sind diese Verfahren besonders geeignet.

Plexusanästhesie

Ein regionales Anästhesie-Verfahren stellt die Plexusanästhesie dar.

Das Nervengeflecht (Plexus), das Nervenfasern in eine bestimmte Körperregion entsendet, wird durch das Einspritzen eines Lokalanästhetikums vorübergehend betäubt.

Über einen angelegten Katheter besteht die Möglichkeit die Plexusanästhesie für länger andauernde Eingriffe mittels wiederholter Gabe eines Lokalanästhetikums zu verlängern oder im Sinne einer postoperativen Schmerztherapie fortzuführen.

 

 

Periduralanästhesie

Die Periduralanästhesie bietet Schmerzfreiheit für alle Eingriffe unterhalb des Brustkorbes an Bauch, Becken, Unterleib und Beinen.

Ein dünner Kunststoffschlauch (Periduralkatheter) wird unter örtlicher Betäubung mittels einer Hohlnadel zwischen zwei Wirbelkörpern bis in die Nähe der Rückenmarkshaut (Dura) in den Periduralraum eingeführt. Nach Entfernung der Hohlnadel wird über den Periduralkatheter ein Lokalanästhetikum verabreicht.

Die Periduralanästhesie kann bei länger andauernden Eingriffen oder im Rahmen einer postoperativen Schmerzbehandlung fortgeführt werden. Hierzu können Medikamente über einen Periduralkatheter appliziert werden.

 

Spinalanästhesie

Die Spinalanästhesie bietet Schmerzfreiheit für Eingriffe am Unterbauch, im Beckenbereich und an den Beinen. In Seitenlage besteht die Möglichkeit nur ein einzelnes Bein zu betäuben.

Unter örtlicher Betäubung der Haut wird ein Lokalanästhetikum  in den mit Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) gefüllten Rückenmarksraum (Liquorraum) gegeben. Hierzu wird eine feine Nadel  in einen Zwischenwirbelraum der unteren Lendenwirbelsäule eingebracht. Die Punktion findet unterhalb des Rückenmarkes statt, so dass eine direkte Verletzung anatomisch ausgeschlossen ist.

 

 

Weitere Regionalanästhesieverfahren,

wie z.B. die sogenannten Blockaden peripherer Nerven, die sich in der Körperperipherie, außerhalb des zentralen Nervensystems befinden oder auch die intravenöse Regionalanästhesie, erlauben eine Betäubung einzelner Nerven an Armen oder Beinen.

Bei der Lokalanästhesie oder örtlichen Betäubung wird ein umschriebener Bezirk des Körpers empfindungslos gemacht. Lokalanästhesien werden vom operierenden bzw. untersuchenden Arzt oftmals selbst durchgeführt. Ein Anästhesist leistet Bereitschaft, falls eine Ausweitung der Betäubung erforderlich wird.